Staudenbeete für Insekten

(von DI Paula Polak)

78 % aller Pflanzen werden durch Insekten bestäubt, davon fast die Hälfte von Bienen und Hummeln. Dies betrifft auch alle Obst- und Gemüsepflanzen und somit unsere Nahrungsquelle.

Akelei mit Hummel

Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge sind oft auf ganz bestimmte Nahrungspflanzen spezialisiert, die in unserer Kulturlandschaft leider oft schon selten geworden sind.

Zierpflanzen mit gefüllten Blüten und Exoten bieten für Insekten gar nichts, heimische, zum Standort passende Pflanzen dagegen alles.

Dazu muss ein Insektengarten natürlich giftfrei sein, und darf durchaus auch ein wenig verwildert sein. Eine dichte Hecke bietet Schutz und Früchte, denn Schmetterlinge naschen z. B. gerne an faulendem Obst, und im Falllaub können sich Raupen verstecken.

Unsere Staudenbeete sind genau auf die Bedürfnisse bestimmter Insekten zugeschnitten, sie bieten sozusagen das Lieblingsmenü.

Bei der Zusammenstellung der Pflanzenkombinationen haben wir uns bemüht, möglichst vielen verschiedenen Insektenarten etwas zu bieten.  Auch spezielle Beete für bestimmte Arten haben wir zusammengestellt, wie z. B. das „Widderchen-Beet“.

Natürlich werden sich am Schmetterlings-Beet auch Bienen gütlich tun und umgekehrt. Heimische Pflanzen sind eben Alleskönner.

Beispiel Königskerze:

In Österreich gibt es 14 verschiedene Arten. Königskerzen bieten Heilwirkungen für uns Menschen, und Nutzen als Nahrungsquelle, Baustofflieferant und Unterkunft für zahlreiche Insekten. Die Blüten werden gerne von Honigbienen, Hummeln, Furchenbienen, Schwebfliegen und Käfern besucht. Wollbienen polstern ihre Brutzellen mit abgeschabten Pflanzenhaaren aus; andere Wildbienen wie Mauerbienen, Keulhornbienen, Maskenbienen, Blattschneiderbienen und Heuschreckenarten nisten in den abgestorbenen, markhaltigen Stängeln. Darum Stängel unbedingt bis in den Vorfrühling stehen lassen. Auch Schmetterlinge lieben Königskerzen: von Blättern, Blüten und Früchten der Königskerzen ernährt sich z. B. die Raupe des braunen Mönchs (Eulenfalter). Das Weibchen legt ihre rund 200 Eier an der Unterseite der Blätter ab, sozusagen mitten auf den Esstisch der Raupe.

Dies ist nur ein Beispiel, welch vielfältigen Nutzen alleine eine Pflanzenart bieten kann.

Wichtig zu wissen: alle Wildstauden bieten irgendetwas für irgendjemanden! Als Faustformel gilt: von jeder heimischen Pflanzenart profitieren mindestens 10 Tierarten.